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Taunus-Zeitung vom 02.04.2003
Taunus-Zeitung vom 30.09.2002
Taunus-Zeitung vom 27.09.2002
Taunus-Zeitung vom 11.09.2002
Taunus-Zeitung vom 28.08.2002
Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ vom 99/07
Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ vom 99/06
Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ vom 99/06
Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ vom 99/06
Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ vom 99/06
Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ vom 24.11.97

 

 

Taunus-Zeitung vom 02.04.2003, S. 16

Lokales

Von Alexander Wächtershäuser

Ein Kreuzweg zeigt, dass jeder Mensch anders leidet

Bad Homburg. Es gibt verschiedene Arten des Leidens, mit denen Menschen im Laufe ihres Lebens konfrontiert werden können. Einige davon lernten 32 Schülerinnen der Maria-Ward-Schule gestern auf dem ökumenischen Kreuzweg kennen. Ausgearbeitet und im Unterricht vorbereitet haben das Projekt Pfarrer und Religionslehrer Claus Bollmann sowie seine Lehrerkollegen Jutta Rattunde, Susanne Engler und Markus Gruber.

Leiden wahrnehmen; lernen, mit Leiden umzugehen und Anteilnahme geben - das sind die Ziele des Kreuzwegs. "Wir leben in einer Spaßgesellschaft, und jeder will sich individuell entfalten. Aber wir verlernen dabei die Solidarität mit Leidenden. Wir wollen Jugendliche für die unterschiedlichen Leidenssituationen von Menschen sensibilisieren", erklärt Bollmann.

Und so besuchen die Schülerinnen zunächst ein Frauenhaus, wo misshandelte Frauen Zuflucht finden. Danach geht es zum Friedhof am Untertor und zur Volkshochschule in der Wallstraße, wo einst die Synagoge stand, dann zum Haus Mühlberg, wo Wohnsitzlose Hilfe finden. Letzte Station sind die Hochtaunus-Kliniken.

An jedem Halt erwartete die Schülerinnen ein Gesprächspartner, der über seine Tätigkeit erzählte. So berichtete Marc Zahradnik vom Bestattungsinstitut Eckhardt auf dem Friedhof Untertor über seine Erfahrungen und seinen Umgang mit dem Tod und dem Leid der Angehörigen. "Ich begegne oft Leute, die durch den Tod eines nahen Menschen in tiefe Krisen gestürzt werden, die Abschied nehmen und loslassen müssen", erzählt Zahradnik. Er habe festgestellt, dass jeder anders leidet. Stirbt ein junger Mensch, so seien die Angehörigen oftmals wie in einem Schockzustand und vom Gefühl einer schweigenden Ohnmacht erfüllt. Erst später, wenn die Angehörigen beginnen zu verstehen, was passiert ist, komme auch die Trauer, so der Bestatter. Beim Tod von älteren oder kranken Menschen gebe es ein Gefühl der Bedrückung, doch hatten die Angehörigen die Möglichkeit, sich auf den Tod einzustellen.

Bewusst haben die Lehrer den April als Termin gewählt. Denn die Passionszeit erinnert an die Leiden Jesu. Heute wird eine zweite Gruppe den Kreuzweg durchlaufen. Am Donnerstag erfolgt dann die Auswertung des Projektes in der Maria-Ward-Schule.

1230343, FNP , 02.04.03; Words: 328

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Taunus-Zeitung vom 30.09.2002, S. 19

Lokales

Von Friederike Borgmann

Bestattungskultur befindet sich im Umbruch

Oberursel. Tag des Friedhofs - seit zwei Jahren eine bundesweite Aktion, an der sich an diesem Wochenende zum ersten Mal auch die Stadt Oberursel beteiligte. Auf dem Alten Friedhof am Geschwister-Scholl-Platz hatten Bestattungsunternehmen, Friedhofsgärtnereien, Steinmetze, Kirchengemeinden und der BSO Stände aufgebaut, um über die vielfältigen Möglichkeiten der Bestattung, der Grabgestaltung sowie über Grabsteine, Urnen und über die Gebühren für die Nutzung der Friedhöfe zu informieren.

Die Resonanz auf den ersten Tag des Friedhofs in Oberursel war positiv. "Wir hatten nicht erwartet, dass schon zur Mittagzeit so viele Leute da sein würden", war Stadtkämmerer Peter Schneider (CDU) von der großen Zahl der Besucher überrascht.

Die Nachfrage und das Interesse an den Themen Friedhof und Tod sei groß, berichtete der Chef der Abteilung Grünanlagen, Mathias Brand, von den Erfahrungen der Stadtverwaltung und der Gewerbetreibenden. Aus diesem Grund habe man sich auch entschlossen, den Tag des Friedhofs zu organisieren.

Insgesamt sei das Bedürfnis, das eigene Lebensende selbst zu arrangieren und den Angehörigen einen Teil der Formalitäten abzunehmen, gestiegen, sagte Schneider (CDU) in seiner Eröffnungsrede. Ziel der Veranstaltung sei es zudem, auch Jüngeren den unbefangeneren Umgang mit dem Tod zu ermöglichen.

Die Gäste des Tags des Friedhofs konnten aber nicht nur das breit gefächerte Angebot der Gewerbetreibenden nutzen, der Verein für Geschichte und Heimatkunde lud zudem zu zwei Führungen über den Friedhof ein. Vorsitzender Martin Müller und Pfarrer Reiner Göpfert informierten über die Geschichte des Alten Friedhofs. Für das musikalische Rahmenprogramm sorgten die Organisten und der Posaunenchor Liebfrauen.

Nicht nur für den Tag des Friedhofs, sondern mindestens noch für die kommenden drei Jahre hatten die an der Veranstaltung teilnehmenden Unternehmen eine Mustergrabanlage auf dem Alten Friedhof geschaffen. Sie soll als Beispiel für die unterschiedlichen Möglichkeiten der Grabbepflanzung dienen, und sie zeigt eine kleine Auswahl an Grabsteinen.

Besonders beliebt seien Grabsteine aus Granit, denn Granit sei von der Haltbarkeit am bewährtesten, erzählte Raimund Krieger vom gleichnamigen Grabdenkmalunternehmen. Marc Zahradnik vom Bestattungsinstitut W. Schwartz berichtete, dass durch die sich verändernden Familienstrukturen die anonymen Bestattungen zunehmen würden, denn ältere Menschen würden häufig nicht wollen, dass sich ihre Angehörigen zur Grabpflege verpflichtet fühlten. "Ich sehe unsere Bestattungskultur im Umbruch", beschrieb Zahradnik den Trend weg von pflegeintensiven Gräbern hin zu alternativen Bestattungsformen.

Auch im kommenden Jahr soll es einen Tag des Friedhofs geben. "Wir wollen das zu einer ständigen Einrichtung machen", kündigte Schneider eine Neuauflage der Veranstaltung an.

1159467, FNP , 30.09.02; Words: 402

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Taunus-Zeitung vom 27.09.2002, S. 16

Lokales

Räume und Rituale für Tod und Trauer finden

Bad Homburg. "Es muss feste Bräuche geben, sagt schon der Fuchs zum kleinen Prinz. Auch im Abschied nehmen und Sterben sind solche Bräuche nötig. Doch heute sind wir sprachlos, raumlos geworden in diesem Punkt." So eröffnete Helgard Kündiger den dritten Vortrag "Abschied nehmen - aber wie" der Hospiz-Vortragsreihe. Drei Referenten befassten sich anschließend mit dem Thema "Räume und Rituale in Sterben und Trauer".

Den Anfang machte Reinhold Dietrich, Krankenhausseelsorger im evangelischen Hospital für palliative Medizin in Frankfurt. Er betonte in seinem Vortrag, dass es keine allgemein gültige Antwort auf die Frage gebe, wie man Abschied nehmen soll. Jeder habe seine eigenen Rituale, nach denen er suchen müsse. Wichtig sei, Räume zur Verfügung zu stellen, in denen Tod und Trauer stattfinden dürfen.

Marc Zahradnik vom Bestattungs-Institut Eckhardt wies im anschließenden Vortrag darauf hin, dass Verlust auch Neubeginn bedeuten könne. In der heutigen Zeit zählten nur Jugend und Leistungsfähigkeit, es gebe keinen Platz und Raum für Sterben. Er versuche, Hinterbliebenen Raum zu schaffen, damit sie in Würde Abschied nehmen können. Denn nur so könne man seinen inneren Frieden wiederfinden und das Geschehen besser verarbeiten.

Auch Madeleine Dietz, Künstlerin aus Landau, bemängelte das Ausgrenzen von Tod aus der Gesellschaft. In der Stadtarchitektur würden sämtliche Räume geplant, doch Plätze, an denen man trauern könne, würden dabei vergessen. Dabei müssten diese Räume "genauso geplant werden, wie wir eine Küche planen." In ihren Werken arbeitet sie mit getrockneter Erde und Licht. Die Erde stehe für Dürre, Tod. Licht stehe für die Sonne, die unabdingbar für Leben sei. Ihre autonomen Arbeiten führten dazu, Abschiedsräume in Krankenhäusern zu gestalten. In ihren Räumen möchte die Künstlerin vor allem Wärme und Geborgenheit vermitteln. Sie arbeitet daher mit hellen, hoffnungsfrohen Farben. Erde und Licht zieren die Räume, um die Verbundenheit von Toten und Lebenden zu zeigen. (kro)

1158509, FNP , 27.09.02; Words: 309

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Taunus-Zeitung vom 11.09.2002, S. 13

Lokales

Von Marc Kolbe

Nicht zum Leben mit uns geboren

Bad Homburg. Es gibt Themen, über die möchte man am liebsten gar nicht nachdenken, da sie so weh tun. Der Tod von Kindern und insbesondere die Tragik von Totgeburten gehören zweifelsohne dazu. Um die Situation von Eltern, die eine Fehl- oder Totgeburt durchleiden mussten, zu verbessern, hat die Stadt im Frühjahr auf dem Waldfriedhof eine letzte Ruhestätte für diese kleinen Erdenbürger, die nach dem Gesetz bei einem Gewicht von weniger als 500 Gramm nicht bestattungspflichtig sind, eingerichtet. Zwar bestand bereits die Möglichkeit, die Kinder auch in einem eigenen Grab beizusetzen, doch häufig sind Eltern unmittelbar nach einem solchen Schicksalsschlag nicht in der Lage, sich um die notwendigen Formalitäten zu kümmern. Am Freitag wird die Gedenkstätte am Waldfriedhof von 15 Uhr an nun auch offiziell eingeweiht.

Am Ende einer Rasenfläche, auf der die anonymen Beerdigungen vorgenommen werden, steht ein Gedenkstein aus Taunusquarzit. "Nicht zum Leben mit uns geboren" lautet die Inschrift. Davor liegt eine Sandsteinplatte, die von Bad Homburgern und der Initiative "Regenbogen - Glücklose Schwangerschaften" gestiftet wurde, deren Inschrift den Eltern Trost spenden soll.

Die Idee für die Gedenkstätte kam von der Initiative, die sich für eine Verbesserung der Situation in den Kliniken einsetzt und in der Kurstadt einen Gesprächskreis betroffener Eltern führt. "Früher wurden die Totgeburten mit dem Klinikmüll entsorgt und verbrannt - wahrlich kein Ruhmesblatt für unsere Gesellschaft", erklärt Martina Tauber von der Initiative. "Kerzen und Spielzeug an der Gedenkstätte zeigen aber bereits, dass dieser Ort als Trauerstätte angenommen wird", freut sich Tauber. In Bad Homburg hatte sich in den vergangenen zwei Jahren der Bestatter Marc Zahradnik dieses Problems angenommen und die Kinder auf eigene Kosten auf dem Waldfriedhof in aller Stille beigesetzt.

Oberbürgermeister Reinhard Wolters (CDU) ist auch erleichtert, dass Eltern künftig schon im Krankenhaus entscheiden können, ob sie ihr Kind in einem Einzelgrab oder anonym bestatten wollen. "So wird in Zukunft die Würde tot geborener Kinder geachtet, ohne dass dabei Gewichtsgrenzen zum Maßstab werden. Denn Würde kann man nicht wiegen, sie hat immer Gewicht."

1151948, FNP , 11.09.02; Words: 341

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Taunus-Zeitung vom 28.08.2002, S. 15

Lokales

Von Anke Hillebrecht

In Würde heißt in vertrauter Umgebung sterben

Bad Homburg. Rund 700 Menschen sterben jedes Jahr im Kreiskrankenhaus. Meist sind sie dabei allein, nicht selten haben sie eine lange Schmerzenszeit hinter sich. Dabei wünschen sich schwer Kranke und Menschen, die wissen, dass sie sterben müssen, ihren letzten Lebensabschnitt in vertrauter Umgebung zu verbringen. Doch nur selten ist dies möglich, denn den Lebenden ist das Sterben fremd geworden. "Es ist eben kein Modethema", sagt Ingrid Rochlus, Hospizbeauftragte in der Altenpflege.

Die Homburgerin hat selbst ihre kranke Mutter jahrelang gepflegt und arbeitet seit sieben Jahren mit anderen Frauen, darunter Pfarrerin Helgard Kündiger, daran, im Vordertaunus auch andere Menschen für die Hospizarbeit zu begeistern und auszubilden. Nachdem unter Stadtverordneten bereits über ein neues Sterbehospiz in Bad Homburg debattiert wurde, greift den Ehrenamtlichen nun die Stadt unter die Arme und hat gemeinsam mit der Evangelischen Kirche sowie dem Malteser Hilfsdienst eine Vortragsreihe ins Leben gerufen, die Wissensgrundlagen zur Hospizarbeit schaffen soll. "Wir wollen den Pflegenden die Angst nehmen und die Menschen an das Thema heranführen", erläutert Sozialdezernentin Dr. Ursula Jungherr (CDU). Das sei vorerst sinnvoller als ein Haus.

Der erste der vier Abende, deren Besuch kostenlos ist, ist am Montag von 19.30 bis 21.20 Uhr im Kurhaus. Alle, die helfen wollen, eine ambulante Hospizgruppe in Bad Homburg aufzubauen, oder grundsätzlich Interesse haben, erfahren dort von der Münchner Therapeutin Gustava Everding, was "Leben bis zuletzt - menschenwürdig sterben" heißt. "Eine Perücke kann der letzte Gegenstand sein, der einer Sterbenden bleibt", weiß Ingrid Rochlus.

Am Mittwoch, 18. September, geht es um Palliativmedizin, also um Schmerzen. "Da ist noch viel zu tun in der Medizin", hat Rochlus erfahren. In welchen Räumen und mit welchen Ritualen man Abschied nehmen kann vom Leben und vom Sterbenden, erörtern am Mittwoch, 25. September, eine Künstlerin, ein Krankenhausseelsorger und Mark Zahradnik vom Homburger Beerdigungsinstitut Fritz Eckhardt. Nachdem diese drei Abende im Kurhaus stattfinden, wandert die letzte Veranstaltung ins Gemeindehaus St. Marien, Dorotheenstraße 13. Dort wollen drei Frauen, die schon länger sterbende Menschen begleiten - Ingrid Rochlus, Helgard Kündiger und Barbara Willeke vom Malteser Hilfsdienst -, Möglichkeiten darstellen, wie sich Homburger aktiv an Hospizarbeit beteiligen können.

1146376, FNP , 28.08.02; Words: 358

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Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ VOM 99/07 S. 03

Das miese Geschäft mit dem Tod

Von Peter Schiebel

Bad Homburg. Sie ist die Lieblingsinsel der Deutschen. Ob Trubel am "Ballermann 6" oder Ruhe im Binnenland - Mallorca lockt seit Jahren. Doch bei weitem nicht alles, was aus dem "17. Bundesland" kommt, traegt zur Stimmung der Menschen bei. Seit einiger Zeit naemlich tauchen in Bad Homburg bei Angehoerigen von Verstorbenen Schreiben auf, die - nicht nur nach Ansicht von Pietaet-Inhabern - "reine Abzockerei" sind. Absender: ein Verlag in Mallorcas Hauptstadt Palma.
Marc Zahradnik, Inhaber der 1880 gegruendeten Pietaet Eckhardt, spricht unverhohlen von einer "ganz fiesen Angelegenheit". Offenbar, so sein Verdacht, werden die in Tageszeitungen veroeffentlichten Todesanzeigen durchforstet. Davon werden einige ausgewaehlt - und die Angehoerigen, die eine Kondolenzanschrift angegeben haben, erhalten ein Schreiben.
Die Briefe aehneln vom Erscheinungsbild her einer Rechnung. In einem der TZ vorliegenden Schreiben kostet die "Veroeffentlichung einer Todesanzeige, Standardformat" zuzueglich Mehrwertsteuer 397,30 Mark.
"Viele Leute gehen davon aus, das ist die Rechnung fuer die erschienene Anzeige", erzaehlt Zahradnik. Diese Interpretation wird verstaerkt durch den woertlichen Hinweis: "Sie werden gebeten, binnen 10 Tagen, den aufgefuehrten Gesamtbetrag bei Annahme per beiliegendem Ueberweisungsvordruck unter Angabe der Registriernummer zu zahlen bzw. rechtzeitig die Zahlung zu veranlassen."
Die komplizierte Wortwahl macht Sinn - aber wohl nur aus Sicht des Verlages. Denn wer die 397,30 Mark ueberweist, hat mitnichten die erschienene Todesanzeige bezahlt, sondern eine "Insertionsofferte" angenommen. In irgendwelchen Verzeichnissen, die so gut wie niemanden interessieren, erscheint nun eine zusaetzliche Anzeige zu einem voellig ueberzogenen Preis.
Pietaet-Inhaber Zahradnik hat in den vergangenen vierzehn Tagen eine Haeufung solcher Faelle ausgemacht. Er weiss von Kunden, die - noch ganz im Zeichen der Trauer - ueberwiesen haben, ohne vorher richtig das Kleingedruckte gelesen zu haben. "Und etliche, die mich anrufen, haben den Ueberweisungstraeger schon ausgefuellt." Sie kann der serioese Geschaeftsmann immerhin noch vor dem teuren Fehler bewahren.
Er raet allen Kunden, sich mit "der Pietaet ihres Vertrauens" in Verbindung zu setzen, wenn sie sich bei Rechnungen nicht wirklich hundertprozentig sicher sind. Auch die Polizei empfiehlt den Buergern, solche "Insertionsofferten" sorgsam zu pruefen. Kriposprecher Ingolf Ruppert berichtet: "Es werden bundesweit in verschiedenen Staedten bereits Vorermittlungen wegen Verdachts des Offertenbetruges gefuehrt."
Von dem unserioesen Geschaeftsgebahren distanziert sich auch die Taunus-Zeitung, die offenbar von den Ganoven ausgewertet wird. Rechnungen fuer in der TZ erschienene Familienanzeigen kommen mit Sicherheit nicht aus Palma de Mallorca.

619254, FNP , 10.07.99; Words: 390

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Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ VOM 99/06 S. 08

Leichen im Weltraum: Ist das nur Science Fiction?

Bad Homburg.

Einen gedanklichen Ausflug in die unendlichen Weiten des Alls machte einer der Achtklaessler. Er ueberlegte sich, wie es waere im Weltraum bestattet zu werden. Seine Idee war gar nicht so abwegig, denn vor nicht allzu langer Zeit erfuhr der Star-Trek Erfinder Gene Roddenberry solch eine intergalaktische Bestattung. Die Asche des Science Fiction Autors wurde naemlich fuer einige Tage auf einer Weltraumfahrt mitgenommen. So war der Trekker an dem Ort, wo er schon in seinen Erzaehlungen am liebsten sein wollte.
Ist es in unserer modernen Zeit schon moeglich, seine letzte Ruhestaette im Weltraum zu finden? Oder bleiben den Toten nur die drei Moeglichkeiten von Erd-, Feuer und Seebestattung? Eine Weltraumbestattung koennte den Hinterbliebenen das Gefuehl geben, dass der Verstorbene dem Himmel schon deutlich naeher gekommen ist. Natuerlich wuerden keine toten Koerper im All schweben. Zuerst muessten sie verbrannt werden, dann koennte die Asche im Weltraum verstreut werden, oder eine Urne mit der Asche wird auf einer Umlaufbahn ausgesetzt. Aber wo soll nun die Trauerfeier vollzogen werden? Vielleicht auf einer Raumfahrtbasis? Dort koennten die Angehoerigen miterleben, wie der Verstorbene zum Himmel auffaehrt. Allerdings waere das nicht gerade der angenehmste Platz zum Trauern.
Oder aber in den Weltraum mit einem Space Shuttle? Jedoch koennen nur wenige Leute in einem Shuttle mitfliegen. Und die Kosten wuerden das Budget bei so gut wie jedem Buerger ueberschreiten. Ein Flug kostet fuer eine Person ueber 100 Millionen Mark. Dies waere aber nicht der einzige Grund, warum die Weltraumbestattung fuer den Normalbuerger Science Fiction bleiben wird. Zu bedenken ist auch, dass viele Angehoerigen ein bedrueckendes Gefuehl haben werden, bei dem Gedanke, dass ihr Freund oder Verwandter "irgendwo" im All umherschwebt. Es gaebe dann eine "Friedhofsumlaufbahn" um die Erde. Immerhin waere dieses die letzte Ruhestaette des Verstorbenen.
Aber so weit sind wir noch lange nicht. Also bleiben zur Zeit nur die bekannten Bestattungsformen mit Erde und Feuer und als etwas ausgefallenere Variante die Seebestattung. (Martin Diekmann)
Sie hatten vor dem Besuch des Bestattungsinstituts ein etwas mulmiges Gefuehl. Doch der freundliche Empfang des Besitzers Marc Zahradnik (rechts) ueberzeugte die Nachwuchsjournalisten.

600449, FNP , 02.06.99; Words: 360

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Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ VOM 99/06 S. 08

"Der Tod eines Menschen ist immer etwas Trauriges und Endgueltiges"

Bad Homburg.

Da das Interview nun einmal zum Handwerkszeug des Journalisten gehoert, hatten sich auch die Nachwuchsreporter aus Usingen einige Fragen ueberlegt. Fabienne Zahradnik vom Bestattungs-Institut Fritz Eckhardt hatte dann auch die Geduld und stand den Schuelern Rede und Antwort in einem sehr informativen Gespraech.
Wuerden Sie uns etwas ueber Ihre Person erzaehlen ?
FABIENNE ZAHRADNIK: Ich bin 24 Jahre alt, habe Romanistik und Anglistik studiert und fuehre das Bestattungs-Institut seit vier Jahren gemeinsam mit meinem Mann.
Hatten Sie anfangs Probleme mit Ihrem Beruf ?
FABIENNE ZAHRADNIK: Natuerlich hatte ich meine Probleme, denn tagtaeglich mit dem Thema Tod konfrontiert zu werden, ist nicht so leicht. Der behutsame Umgang mit den Angehoerigen der Verstorbenen ist ebenfalls nicht einfach, man muss das richtige Gespuer dafuer entwickeln.
Hat sich bis heute Ihre Einstellung zum Tod geaendert ?
FABIENNE ZAHRADNIK: Meine persoenliche Einstellung wird sich niemals aendern, denn der Tod eines Menschen ist immer etwas Trauriges und Endgueltiges. Was meine Arbeit betrifft, muss ich sagen, dass man natuerlich mit der Zeit lernen muss, Abstand zu gewinnen, um den Angehoerigen den erforderlichen Beistand in den schweren Stunden des Abschieds zu geben. Ausserdem muss man einen moeglichst klaren Kopf bewahren, um die Trauerfeierlichkeiten zu organisieren und die notwendigen Formalitaeten erledigen zu koennen.
Wie sieht Ihr Tagesablauf aus?
FABIENNE ZAHRADNIK: Einen geregelten Tagesablauf gibt es im Bestattungsgewerbe nicht, denn der Tod nimmt keine Ruecksicht auf Ort und Zeit. Fuer uns ist es selbstverstaendlich, dass wir den Angehoerigen 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und natuerlich 365 Tage im Jahr zur Verfuegung stehen. Die Angehoerigen haben die Moeglichkeit, zu uns ins Buero zu kommen. Auf Wunsch machen wir auch Hausbesuche. Danach organisieren wir entsprechend den Wuenschen der Angehoerigen die Trauerfeierlichkeiten und die Beerdigung, Terminabsprache mit dem Pfarrer und der Friedhofsverwaltung, Zeitungsanzeigen, Drucksachen, Trauerhallendekoration, die musikalische Gestaltung, Steinmetz und vieles mehr. Wir erledigen Formalitaeten wie Behoerdengaenge, Abmeldungen von Rente, Krankenkasse und Versicherungen.
Wie wird Ihr Beruf in der Oeffentlichkeit bewertet ?
FABIENNE ZAHRADNIK: Bei den Menschen, die schon einmal einen Trauerfall in der Familie hatten und sich dadurch mit dem Thema Tod auseinandersetzen mussten, ist die Akzeptanz und Anerkennung unseres Berufsstandes sehr hoch.
Bei Menschen die mit dem Thema Tod noch nie in Beruehrung gekommen sind, stossen wir oftmals auf Unverstaendnis, Unwissenheit und sogar Ablehnung. Dabei ist dieser Beruf ein vielfaeltiges Dienstleistungsgewerbe, welches vielen anderen Berufen aehnelt, wie beispielsweise dem des Arztes, des Psychologen und natuerlich auch dem des Kaufmannes.
Gibt es bestimmt Trauerfaelle, die Ihnen auch persoenlich sehr nahe gehen ?
FABIENNE ZAHRADNIK: Grundsaetzlich ist es fuer mich immer schlimm, wenn ein Mensch ploetzlich und unerwartet oder auf tragische Weise aus dem Leben gerissen wird, wie beispielsweise bei Ungluecksfaellen. Ganz besonders schlimm ist fuer mich der Tod eines Kindes oder eines jungen Menschen. Danach faellt es mir oftmals schwer, den noetigen Abstand zu finden, um die notwendige Arbeit zu leisten.
Ich bin auch fest davon ueberzeugt, dass man sich an solch tragische Schicksale wohl niemals gewoehnen kann. (Martin Wagner, Mike Enslin)
Neugierig begucken die Usinger Schueler das Angebot an Urnen und Saerge des Bestattungsinstituts, waehrend ihnen der Besitzer Marc Zahrednik Auskuenfte erteilt.

600439, FNP , 02.06.99; Words: 531

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Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ VOM 99/06 S. 08

Holzlastwagen fuer die Urne eines Autofans

Bad Homburg.

Ein Friedhof. Arbeitsplatz und Ruhestaette. Wie kann man dort arbeiten? Ein Leben fuehren, obwohl man jeden Tag mit dem Tod konfrontiert wird? Diese Fragen stellte die Klasse 8L/F a der Christian-Wirth-Schule Usingen dem Friedhofsgaertner Ralf Althensen.
"Fuer mich ist dies eine ganz normale Arbeit, ein Beruf wie jeder andere auch", sagt der Friedhofsgaertner. Es sei ein Beruf, "der mir schon Spass macht". Er raeumt aber ein, dass man in diesem Job "etwas abschalten koennen muss". Ralf Althensen macht der Friedhof nicht nervoes. Er fuerchte sich nicht vor irgendwelchen Geistern. Er uebernahm den Betrieb von seinem Vater und war schon in jungen Jahren mit dieser Umgebung vertraut. Es ist fast wie ein Familienunternehmen. Schmunzelnd erzaehlt er auch von den kurioseren Erlebnissen als Friedhofsgaertner. Einmal habe sich ein Autoliebhaber in seinem eingenen Wagen begraben lassen wollen. Natuerlich sei dies unmoeglich gewesen. Aber eine kleine Loesung habe es schliesslich doch gegeben. Man baute die Urne des Verstorbenen in einen Holz-Lastwagen aus einem Spielzeugladen ein. So konnte der Autofan doch noch wunschgemaess seine letzte automobile Ruhe finden.
Die Bestattungsformen ganz "normaler" Buerger sind die Erd-, Feuer- und die Seebestattung. Eine Seebestattung wird eher selten durchgefuehrt. Am haeufigsten sind die traditionellen Erdbestattungen, die aber, wie wir Schueler staunend erfuhren, auch die teuersten Formen einer Beerdigung sind.
Der Beruf des Bestatters zaehlt in Deutschland zu den Berufen, die von keinem Jugendlichen als Ziel genannt werden, wenn es darum geht, sich nach der Schule beruflich zu orientieren.
Doch warum denkt keiner bei der Wahl seines Berufes an den des Bestatters? Wo genau liegt der Unterschied zwischen ihm und zum Beispiel dem immer noch so beliebten Arzt, wo doch beide mit dem Tod von Menschen umgehen muessen? Liegt das vielleicht daran, dass wir das Bild eines hageren, bleichen Mannes im schwarzen Frack vor Augen haben, der immer ein Massband parat haelt, um die richtige Groesse eines Sarg zu messen? Das Bild eines Finsterlings, der mit dem Leid anderer Geschaefte macht? Oder ist es einfach nur die Angst vor dem eigenen Tod, wenn wir an das Sterben anderer denken?
Das koennte ein Grund sein, weshalb wir Bestattern distanziert gegenueber stehen, denn deren Arbeit dreht sich nur um Dinge, die mit dem Tod eng verbunden sind und das macht uns Angst. Doch ist dieses Unbehangen einem Bestatter gegenueber berechtigt? Seit ich mit meiner Klasse das Beerdigungsinstitut Eckhardt besucht habe, weiss ich, dass dies nicht so ist. Ein Bestatter ist eine Person, die ihren trauernden Kunden in einer schweren Zeit zur Seite steht. Er ist kein Geschaeftemacher, der sich am Tode anderer bereichert und nur auf Geld aus ist. Davon waren wir besonders nach dem Gespraech mit Fabienne Zahradnik ueberzeugt. (Mike Enslin, Sandro Velussi)

600432, FNP , 02.06.99; Words: 462

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Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ VOM 99/06 S. 08

Die Gruendung des Instituts geht bis in das Jahr 1880 zurueck

Bad Homburg.

Dass die meisten Bestattungsinstitute frueher mal Schreinereien waren, das haben wir bereits auf der "ZiSch"-Seite ueber das Beerdigungsinstitut Heubel erfahren. Aber, dass die Trennung der beiden Einrichtungen erst relativ spaet erfolgt ist, das kann man am Beispiel des Bestattungsinstitut Fritz Eckhardt sehen. Denn erst im Jahre 1990 gingen die Schreinerei und das Bestattungsinstitut getrennte Wege. Sechs Jahre spaeter uebernahm dann der heutige Besitzer Marc Zahradnik den traditionsreichen Bad Homburger Betrieb. Den urspruengliche Namen Fritz Eckhardt hat der neue Inhaber aber beibehalten.
Die Wurzeln des Unternehmens gehen jedoch viel weiter zurueck. Bereits im Jahre 1880 wurde das Bestattungsinstitut gegruendet. "Der Grossvater des Namenstraegers Fritz Eckhardt hat den Grundstein des Betriebes gelegt", erklaert der heutige Besitzer Marc Zahradnik. Dieser sei jedoch relativ frueh verstorben, daher uebernahmen dann seine Soehne Fritz und Robert Eckhardt die Geschaeftsfuehrung. 1946 habe die Einrichtung den Namen "Bestattungsinstitut Gebrueder Eckhardt" getragen, so Marc Zahradnik.
Danach verwaltete schliesslich Fritz Eckhardt das Unternehmen, das bis zum heutigen Tag noch seinen Namen traegt.

600428, FNP , 02.06.99; Words: 186

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Frankfurter Neue Presse AUSGABE TZ VOM 241197 S. 02

"Tod - was dann?"
heisst das Thema im Erzähl-Cafe

Bad Homburg.

"Erzaehl-Cafe" heisst eine neue Institution der Evangelischen Gedächtniskirche: Man trifft sich im Bonhoeffer-Haus, hoert sich an, was Experten zu diesem oder jenem zu sagen haben, und spricht gemeinsam darueber. Am Mittwoch ist es wieder so weit. "Tod - was dann?" heisst das Thema der vierten Veranstaltung.
Zu Gast ist Dr. Elisabeth Syhr-Schmitt, die Erlebnisse aus ihrer Hospiz-Taetigkeit beisteuern wird. Marc Zahradnik schildert, wie die Menschen in seinem Bestattungsunternehmen mit dem Verlust naher Angehoeriger umgehen. Und Inge Bollmann berichtet ueber ihre Erfahrungen, die sie im von ihr geleiteten Gespraechskreis fuer Trauernde sammelte.
Der Ablauf des Abends gehorcht festen Regeln. Berichte ueber persoenliche Erfahrungen mit dem gestellten Thema, dem Tod, eroeffnen die Runde. Dann koennen die Besucher eigene Gedanken einbringen oder Fragen stellen. Das "Erzaehl-Cafe" will ein Ort des Zuhoerens, des Nachdenkens und des unmittelbares Erfahrungsaustausches ein.
Die Veranstaltung im Bonhoeffer-Haus (Gluckensteinweg 150) beginnt um 20 Uhr. Im Januar gibt es dann ein neues Treffen.

Ein Wochenende lang
Video-Filme drehen
Bad Homburg. Das Weihnachtsfest wird auch in diesem Jahr wieder so manchen Familienvater zum stolzen Besitzer einer Videokamera machen. Wie man mit diesem Geraet vernuenftige Filme dreht, laesst sich bei der Volkshochschule lernen. Dort steigt am Wochenende ein zweitaegiger Kurs, bei dem anhand einer Kurzproduktion die Moeglichkeiten des Video-Films inklusive Schnitt und Nachvertonung erlaeutert werden. Naehere Informationen gibt es unter Telefon 2 30 06.

368031, FNP , 23.11.97; Words: 240

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